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Adam und Eva Detail

Adam und Eva

vom Marktportal der Würzburger Marienkapelle,
Tilman Riemenschneider
1491 – 1493

Adam und Eva werfen ein bezeichnendes Licht auf die Riemenschneider-Zeit in Würzburg und Unterfranken und dienen damit auch der persönlichen Orientierung der Besucher in den reichhaltigen Schausammlungen des Museums. Eine eingehende Beschäftigung mit Adam und Eva lohnt nicht nur, weil der Besucher mehr erfährt über zwei weltweit bekannte Meisterwerke der Kunst, sondern weil er dabei auch einen Einblick in das Spätmittelalter und die Spätgotik an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert erhält.

Die biblische Geschichte
Folgen wir der Schöpfungsgeschichte aus dem alten Testament, dann waren Adam und Eva zunächst im Paradies zuhause, bevor die Schlange Eva und Eva dann Adam überredete, die Früchte von dem Baum zu essen, deren Verzehr Gott dem Menschenpaar ausdrücklich untersagt hatte. Mit dem Genuss der verbotenen Früchte war die Zeit im Paradies für Adam und Eva zu Ende: Sie schämten sich ihrer Nacktheit, wurden aus dem Garten Eden vertrieben und mussten fortan unter Mühsal für ihren Lebensunterhalt sorgen. Kurz: Sie wurden zu Menschen auf Erden.

Idealgestalten
Die Mühsal des irdischen Lebens sieht man den Figuren Adams und Evas von Tilman Riemenschneider nicht an. Jugendlich und unschuldig erscheinen sie, weich modelliert, mit sanftmütigen, von gelockter Haarpracht gerahmten Gesichtern und labilen Stand wirken sie wie aus einer anderen Welt. Die Aktfiguren sind nicht anatomisch korrekt gestaltet, es sind Idealgestalten. Es ist diese abgeklärte Entrücktheit, die die Figuren heute zu den weltweit bekanntesten und beliebtesten unserer Sammlung und zum Inbegriff der Kunst Tilman Riemenschneiders macht.

Wertschätzung
Anscheinend waren sie auch schon zu ihrer Entstehungszeit, zwischen 1491 und 1493, etwas Besonderes: Sie standen weithin sichtbar am Marktportal der Würzburger Marienkapelle und begründeten als erster öffentlicher Auftrag in Würzburg das Ansehen Tilman Riemenschneiders. Beauftragt wurden sie vom Rat der Stadt. Aus seinen Sitzungsprotokollen wissen wir, dass Riemenschneider die ungeheuere Summe von 110 Gulden pro Figur (mit Konsole und Tabernakel) erhielt, und sogar 10 Gulden zusätzlich, weil die Figuren "kunstlich meysterlich vnd zirlich" gemacht waren. Die damals wie heute hohe Wertschätzung der Figuren wirft viele Fragen auf.

Aktuelle Fragestellungen
Warum hatte der Würzburger Stadtrat überhaupt den Wunsch, die bereits vorhandenen Figuren durch Neuschöpfungen Riemenschneiders ersetzen zu lassen? Was hat Riemenschneider dargestellt – das erste Menschenpaar in paradiesischer Unschuld, oder sind Adam und Eva hier schon als Erdenbürger aufgefasst? Was ist an den Figuren so "kunstlich meysterlich und zirlich" gearbeitet, dass die Gestaltung die Zahlung einer Prämie rechtfertigte? Heute sind an der Marienkapelle Kopien ausgestellt. Wie kamen die Figuren ins Museum? Wie ging man in vergangenen Zeiten mit ihnen um?

Das sind nur einige Fragen, die in der Leuchtturmpräsentation beantwortet werden.

Leihgabe der Marienkapellenstiftung Würzburg

Öffnungszeiten

Museum für Franken
Staatliches Museum für Kunst- und Kulturgeschichte in Würzburg

1. April bis 31. Oktober
10:00 - 17:00 Uhr
01. November bis 31. März
10:00 - 16:00 Uhr
montags geschlossen
Öffnungszeiten an Feiertagen

Stadtgeschichtliche Abteilung
im Fürstenbaumuseum

16. März bis 31. Oktober
10:00 - 17:00 Uhr
01. November bis 15. März
geschlossen
montags geschlossen

Anfahrt / Kontakt

Museum für Franken
Staatliches Museum für Kunst- und Kulturgeschichte in Würzburg

Festung Marienberg
Oberer Burgweg
97082 Würzburg

Telefon +49 (0)931-20594 0
Telefax +49 (0)931-20594 56

Sekretariat@remove-this.museum-franken.de

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